Telefónica Deutschland testet Satelliten-Mobilfunk

Kooperation mit europäischem Satellitenbetreiber OQ Technology

09. Juni 2026

Telefónica Deutschland testet aktuell Verbindung zwischen Satelliten und Smartphones für Telefonie und Internetdienste. Dazu kooperiert der Telekommunikationsanbieter mit dem Satellitenbetreiber OQ Technology aus Luxemburg. Die Unternehmen testen in Mecklenburg-Vorpommern den direkten Funkkontakt zwischen Satelliten im niedrigen Orbit (LEO) und Smartphones auf der Erde. Dabei wird das Frequenzspektrum von Telefónica Deutschland genutzt. Die Idee ist: Wo Masten nicht gebaut werden dürfen oder Genehmigungsverfahren lange dauern kann eine Handy-Verbindung aus dem All eine punktuelle Ergänzung sein.

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In Mecklenburg-Vorpommern gibt es zahlreiche Naturschutzgebiete, Küstenwälder und Seen. In solchen Gebieten stößt der klassische Mobilfunkausbau an Grenzen – etwa durch lange Genehmigungsverfahren. Häufig ist der Bau neuer Funkmasten nur sehr eingeschränkt oder gar nicht möglich. Genau dort wird die satellitengestützte Direct-to-Device-Technologie erprobt. Das Mobilfunksignal verbindet dabei den Satelliten direkt mit dem Smartphone der Nutzer.

Im Fokus des Tests stehen sogenannte LEO-Satelliten (Low Earth Orbit) von OQ Technology. Sie umkreisen die Erde in einer Höhe von rund 500 bis 600 Kilometern. Durch diese deutlich niedrigere Umlaufbahn im Vergleich zu geostationären Satelliten lassen sich unversorgte Bereiche gezielter abdecken. Gleichzeitig lässt sich die Reaktionszeit (Latenz) spürbar verbessern, erklärt Telefónica.

»Wir erproben Mobilfunk-Verbindungen direkt zwischen Satelliten?und klassischen?Smartphones?– im europäischen Technologieansatz und mit dem Anspruch, Europas digitale Souveränität zu stärken«, sagt Jörg Kablitz, Chief Partner & Wholesale Officer von Telefónica Deutschland. »Der satellitengestützte Dienst kann die bestehenden Mobilfunknetze künftig ergänzen – dort, wo der Ausbau am Boden nur mit hohem Aufwand oder gar nicht möglich ist«.

OQ Technology hat bereits D2D-Konnektivität unter Verwendung seines eigenen MSS-S-Band-Spektrums (Mobile Satellite Services; S-Band für den Frequenzbereich zwischen 2 bis 4 GHz) demonstriert. Für Mitte 2026 sei eine weitere D2D-Mission sowie ein Satellitenstart geplant. Die neue Mission mit Telefónica Deutschland soll zeigen, dass die Satelliten von OQ mit ihrer Multiband-Technologie auch Direct-to-Device-Verbindungen (D2D) über das Telefónica-Frequenzspektrum zu Smartphones für Telefonie- und Datennutzung unterstützen können.

Im Geschäftskundenbereich ist die Verbindung von Mobilfunk und Satellitenkommunikation bereits relevant: Telefónica Deutschland hat mit OQ Technology eine Partnerschaft geschlossen, damit Unternehmen ihre IoT-Anwendungen weltweit über das Satellitennetz von OQ Technology überwachen und steuern lassen können. Die Live-Tests mit den Smartphones sollen im Laufe des kommenden Jahres durchgeführt werden.

Quelle: Mitteilung von Telefónica Deutschland

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